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Aktuelles von 'Unseren Hochschulen' 2016

Projekttagebuch
Projekttagebuch 'It's up to us!'

28. August 2017

Kulturgüter und Klima

Redakteur/-in: Martina Seifert

Durch die anthropogen induzierten Veränderungen der Umwelt – insbesondere durch die Luftverschmutzung - ist die Bausubstanz vieler archäologischer Denkmäler erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden und manche Bauten haben zum Teil irreparable Schäden genommen. Manche Denkmäler befinden sich in dauerhafter Reparatur, so die Porta Nigra in Trier oder dieAkropolis in Athen. Ein erschreckendes Bild – zumindest aus Sicht derSeminarteilnehmer/innen – bietet sich mittlerweile in Pompeji. Beeinträchtigt durch mutwillige Zerstörungen/Vandalismus im Zuge des Massentourismus und Klimaveränderungen sind viele der mit reichen Wandmalereien und Mosaiken ausgestatteten Häuser heute für das öffentliche Publikum gesperrt. Im Seminar wurde die Frage diskutiert, was die Kulturgüter den Menschen jenseits ihrer touristischen Verwertung wirklich ‚wert‘ sind.

Einen anderen Eindruck gewinnt man dagegen von der sizilischen Stätte Agrigent. Hier wurden und werden aufwändige Restaurierungsarbeiten zum Erhalt der Tempelbauten im Archäologischen Park vorgenommen. Den Recherchen der Referent/innen zufolge fließen öffentliche Mittel im Lande jeweils offenbar leichter, wenn das Label „Weltkulturerbe“ an den Hinterlassenschaften prangt. Also geht es hier auch wieder um Kulturschutz gepaart mit Wirtschaftlichkeit. Eine spannende Frage ist, wer konkret von den diversen Maßnahmen profitiert. Die Bilder, die von den genannten Stätten von der UNESCO veröffentlicht wurden, und welche in verschiedenen Variationen in den Printmedien und im Netz auftreten, sind wiederum von eher schlechter Qualität. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass Wissenschaft in diesem Kontext weder als Ratgeberin oder Informantin, noch als Entscheidungsträgerin bei de rBewertung der Welterbestätten eine Rolle spielt. Wer sind also die wirklichen Entscheidungsträger? Oder: warum ist die wissenschaftliche Expertise unwichtig?

28. August 2017

Kulturgüter und Politik

Redakteur/-in: Martina Seifert

Mit Kulturgütern wird Politik gemacht. Ideeller und materieller Wert der zu Kulturgütern von übergeordnetem Interesse erklärten Denkmälern und Landschaften der Weltengemeinschaft greifen hierbei häufig ineinander. Zu den häufigsten Gründen für eine Inschutzstellungsmaßnahme zählen drohende Zerstörungen durch kriegerische Konflikte und anders motivierte Zerstörungen oder durch vom Menschen verursachte klimatische Veränderungen. Ein Beispiel für Inschutznahmen jüngeren Datums sind die archäologischen und religiösen Stätten im ehemaligen Jugoslawien, viele davon liegen im heutigen Kroatien. Der Diokletianpalast in Split gehört hier zu den bekannteren archäologischenStätten. Vielen Denkmälern, insbesondere den christlichen Kirchen, sind die im Bürgerkrieg zugefügten Schäden heute noch anzusehen.


Blickt man in die Mittelmeerregion und nach Zypern, so fällt auf, dass auf der geteilten Insel seit den 70er Jahren besonders viele archäologische Stätten in die UNESCO-Weltererbeliste gelangt sind. Ein Beispiel hierfür sind das in Südzypern gelegene Aphroditeheiligtum von Alt-Paphos sowie die hellenistische Königsgräbernekropole und der Archäologische Park von Nea Paphos. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Ort zu einem Touristenmagneten und somit zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Region entwickelt. In diesem Jahr avancierte Paphos zusammen mit dem dänischen Aarhus sogar zur Kulturhauptstadt Europas 2017. Auffällig in puncto mediale Präsenz der genannten Welterbestätten ist allerdings die geringe Vielfalt und zum Teil schlechte Qualität der veröffentlichen Bilder zu vermerken, die in der Regel in den verschiedenen Publikationsmedien nicht in ihrem topografischen oder zeitlichen Zusammenhang verortet werden.

01. Juli 2017

Achtung: Filmaufnahmen!

Redakteur/-in: Martina Seifert

Eine völlig neue Erfahrung im Umgang mit Medien (und ihrer Produktion) machte die Gruppe heute bei den Filmaufnahmen durch das Team von Frau Hollensteiner von der Claussen-Simon-Stiftung. Von jedem Projekt wird ein 90 Sekunden langer Kurzfilm angefertigt, der dann zunächst bei der kommenden Preisverleihung im November 2017 und auf der Homepage der Stiftung, danach bei YouTube zu sehen sein wird. Das aus Frau Hollensteiner, Axel und Christian bestehende Team arbeitete hoch professionell. Für die Dreharbeiten bei uns an der UHH wurde ein ganzer Tag angesetzt. Für alle Darsteller/innen war das eine ungewohnte Situation, weil wir normalerweise in geschützten (meint: nicht öffentlichen) Lehr/Lernräumen arbeiten.


Im Unterschied zur selten reflektierten Verbreitung von Bildern durch Einzelpersonen in sozialen Medien und Netzwerken musste zunächst die Einverständniserklärung der Universität für die Dreharbeiten auf dem Campus eingeholt werden. Nach dem Vorliegen der Drehgenehmigung gaben alle Teilnehmer/innen schriftlich ihr Einverständnis zur Nutzung und Veröffentlichung der Bild- und Ton-Aufnahmen durch die Stiftung. Unter den Projektteilnehmer/innen entstand in der Folge eine sehr kritische Diskussion über Urheber- und Nutzungsrechte inklusive des Rechts am eigenen Wort und Bild. Der Prozess verdeutlichte noch einmal mehr, dass alle Bilder oder Aufnahmen Konstrukte sind, die einer bestimmten Zielsetzung dienen und unter festgelegten Rahmenbedingungen entstehen. In diesem konkreten Fall war es den einzelnen Teilnehmer/innen möglich, die Konditionen mitzubestimmen, also zumindest über Mitwirkung und eigene Sichtbarkeit zu entscheiden. In sozialen Netzwerken wird dieses Recht selten beachtet.

08. Juni 2017

It’s up to us – next steps

Redakteur/-in: Martina Seifert

Das Sommersemester ist schon bald vorüber, viele Sitzungen bleiben nicht mehr für die Seminare und die Arbeitsgruppe „Netzwerken“. Mit Semesterbeginn im April hatten wir bereits für alle drei Veranstaltungen Arbeitsräume auf unserer hochschulinternen Lernplattform AGORA eingerichtet. Hier vernetzen wir uns, können Diskussionen führen und vor allem auch Materialien hochladen. Das Prinzip des Teilens und Informierens gilt auch hier! Alle Teilnehmer/innen können den Zugang zu den Arbeitsräumen beantragen und haben auf diese Weise Zugriff auf Literatur und aktuelle Informationen des gesamten Projektes. Viele haben ihre Kurzbeiträge, Referate und sonstige Ideen schon in den Veranstaltungen vorgestellt. Wie wichtig allerdings ein gemeinsames Treffen mit sämtlichen Teilnehmer/innen ist, wurde uns jetzt noch einmal klar, als wir überlegten, was wir für den geplanten Kurzfilm am 14. Juni 2017 vorbereiten müssen und welche Referent/innen für die Ringvorlesung zum Thema ‚Kulturgüterschutz‘ eingeladen werden sollen.


In der letzten Woche haben wir dann mit den Planungenfür die vorlesungsfreie Zeit und für das Wintersemester 2017/18 begonnen. Die neuen Lehrveranstaltungen müssen offiziell implementiert und die Lehraufträge erteilt werden. Auch ist die Diskussion noch nicht abgeschlossen, ob wir die Ringvorlesung im Herbst 14tägig oder wöchentlich stattfinden lassen wollen. Momentan ist das Engagement gleichbleibend hoch, aber wie wird das im Wintersemester aussehen? Unklar ist außerdem, ob wir die Veranstaltung zur Herstellung eigener Filmmaterialien wirklich brauchen. Momentan geht das Interesse der Beteiligten eher in Richtung ‚Sammeln und Bearbeiten von vorhandenen Daten‘, Einrichtung der Website, Überlegungen zu den Blogs. Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Constantin Raupach wird sich auch während der vorlesungsfreien Zeit regelmäßig treffen und hier noch weitere Vorgaben erarbeiten. Eine Herausforderung wird auch die Gestaltung der Website werden. Gespannt warten wir außerdem auf die Ergebnisse unserer ersten Evaluierung.

08. Juni 2017

Kulturgüter und ‘Iconic turn’

Redakteur/-in: Martina Seifert

In der Veranstaltung vor Pfingsten hat sich das Seminar noch einmal mit der generellen Frage nach der Rolle visueller Medien im Zeitalter der Massenkommunikation auseinandergesetzt. Ausgangspunkt bildete die Beobachtung der letzten Sitzungen, dass unseren bisherigen Auswertungen zufolge in der globalisierten Welt mit ihren Vernetzungsmöglichkeiten der Zugriff auf Informationen nur vermeintlich größer oder dichter zu sein scheint. Beispiel Kulturgüter: In realiter sind es meistens die gleichen oder ähnliche Bilder, die von einer Ausgrabungsstätte geschaltet werden. Auch die mitgelieferten Informationen sind zum Teil redundant und inhaltlich nicht weiterführend. Der alltägliche Gebrauch von Bildern wird offensichtlich selten hinterfragt. Was besitzt warum einen Wert? Und für wen? Wird mit einem Selfie vor dem Zeustempel von Olympia ein Bildungsanspruch transportiert oder die simple Botschaft ‚My big Ego was here‘ an die zurückgebliebenen Freunde kommuniziert? Steht der vergleichsweise niedrige Anspruch der Masse in den sozialen Medien einem kritischen Journalismus der veröffentlichten Meinung gegenüber?


Gibt es überhaupt noch einen kritischen, investigativen Journalismus? Im Seminar haben wir darüber gesprochen, dass die affektive Wirkung von Bildern nach den Debatten um den sog. ‚Iconic turn‘ nicht mehr bestritten wird. Die Möglichkeit, Bilder omnipräsent über verschiedene Medien an unterschiedliche Rezipientengruppen zu richten und auf diese wirken zu lassen, bedeutet ein enormes Potenzial für eine Wissensgesellschaft. Wie positionieren wir uns selber, was wollen wir wirklich wissen? Die Bedeutung von Bildern als Instrumente einer politischen Ikonologie erleben wir tagtäglich. Vergeben wir uns als Archäolog/innen, Kulturwissenschaftler/innen und Bildungsinteressierte hier nicht eine Chance mit entsprechendemBildmaterial und Informationen in die verschiedenen Öffentlichkeiten hineinzuwirken? Archäologie zieht in den Medien immer und auch unsere ausgewählten Stätten des Kulturerbes sind für viele nicht nur touristisches Reiseziel und Sehnsuchtsort. Im Seminar haben wir festgestellt, dass die Positionen der Teilnehmer/innen hierzu je nach Altersgruppe, persönlicher Sozialisation und studiertem Fach sehr unterschiedlich sind.

06. Juni 2017

Kulturgüter als Eyecatcher

Redakteur/-in: Martina Seifert

Der Slogan ‚Sex sells‘ ist allseits bekannt und entsprechende Bildmotive sind zu Werbezwecken beliebt, aber Kulturgüter als Eyecatcher? In der Tat tauchen Bilder mit Politikern und Prominenten häufig vor der rahmenden Kulisse von Kulturgütern in den unterschiedlichen Medien auf. Verbunden hiermit ist immer eine politische Aussage. So zeigte das Cover des Magazins ‚DER SPIEGEL‘ vom 21. März 2015 eine Fotomontage von Angela Merkel in Gegenwart des Oberbefehlshabers der Wehrmacht vor der Athener Akropolis. ‚Eroberung‘ und ‚Deutschlands Hegemoniebestreben über Europa‘ waren Schlagworte, die in Zusammenhang mit dem provokantenTitelbild in den Medien kritisch diskutiert wurden. Ganz anders dagegen die Fotos von Barack Obama im November 2016, dessen touristischer Besuch in Athen mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem Parthenon, im Hintergrund dokumentiert wurde. ‚Garant für die Demokratie ‘ und ‚Harmonie mit den Europäern‘ lautete hier die Botschaft.


Athen, die Akropolis, der Parthenon, Perikles als Inbegriffe der westlichen Demokratie? Welches Wissen über das antike Griechenland, über Archäologie, Geschichte und über politische Denkmäler kann und soll bei den Rezipienten dieser Bilder vorausgesetzt werden? Wem und unterwelchen Umständen ist die multimediale Nutzung von Kulturgütern erlaubt, wann greifen nationale Verwertungsrechte (‚Panoramafreiheit‘)? Mit welchen Mitteln lässt sich die Wirkungsmacht solcher Bilder analysieren und erfassen? Diese und andere Fragen wurden im Seminar diskutiert. Hinzu kamen urheberrechtliche Überlegungen, besonders die Frage nach dem Recht am eigenen Bild und nach den Kriterien des ‚übergeordneten öffentlichen Interesses‘ bewegten die Teilnehmer/innen während der Gespräche. Die Historizität der Bilder stellt eine vollkommen eigene Dimension dar, die unbedingt Berücksichtigung finden muss, so auch die Frage, wer die Bilder in Auftrag gibt und von wem sie geschaltet werden.

06. Juni 2017

Bilder von UNESCO-Welterbestätten

Redakteur/-in: Martina Seifert

Die Frage, wer autorisiert ist, Bilder für die offiziellen Webseiten der UNESCO-Welterbestätten anzufertigen, hat uns auch zu Beginn der nächsten Sitzung beschäftigt. Tatsächlich übernimmt die UNESCO keine Fotos von Privatpersonen, professionellen Fotografen oder Agenturen. Bevorzugt werden Partnerschaften mit Institutionen, die die Erhaltung von UNESCO-Welterbestätten unterstützen und befördern. Zu überlegen wäre, mit der UNESCO oder einer der besagten Gruppen Kontakt aufzunehmen und den mangelnden Informationsgehalt der Aufnahmen zu thematisieren. Zur Ringvorlesung im Wintersemester 2017/18 sollte unbedingt ein/e Vertreter/in der UNESCO eingeladen werden. Informationen zum Umgang mit Bildern und zur Nutzung von Bildmedien – auch in sozialen Netzwerken – können darüber hinaus bei der Bundeszentrale für Politische Bildung bezogen werden. Über die avisierten Adressaten der Bilder bestand weiterhin keine Klarheit, vermutlich werden Kulturinteressierte und wohl ein eher allgemeines Publikum angesprochen.


Bei der weitergeführten Diskussion der Fallbespiele erwies sich eine Gegenüberstellung der gesammelten Aufnahmen der Römischen Baudenkmäler, Dom und Liebfrauenkirche in Trier und der Denkmäler des Archäologischen Parks von Paphos als sehr interessant. Während die kommunalen Webauftritte der Trierer Stätten sehr professionell und auf ein breites touristisches Publikum hin ausgerichtet sind, präsentiert sich Paphos als Kulturhauptstadt Europas 2017 nur sehr verhalten mit seinen Baudenkmälern und gut erhaltenen Mosaiken. Es sind maximal fünf bis sieben unterschiedliche Motive, die in Print- oder Sozialen Medien oder in den unterschiedlichen Internetberichterstattungen verwendet werden. Die politischen Gründe, warum Paphos seinerzeit in die UNESCO-Liste aufgenommen wurde, spielen augenscheinlich keine große Rolle mehr für die weitere ‚Vermarktung‘ der Kulturdenkmäler. Im Seminar wurde die Frage angeschnitten, wer eigentlich die Stätten auf die Agenda setzt und an den Entscheidungsprozessen zur Aufnahme in die UNESCO-Liste beteiligt wird.

02. Juni 2017

Endliche Zeitlosigkeit

Redakteur/-in: Jacobus Bracker

In unserer theoretischen Übung haben wir den ersten medientheoretischen Abschnitt mit Überlegungen zum Dispositivbegriff zum Abschluss gebracht. Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang der bekannte Text von Jean-Louis Baudry und Platons Höhlengleichnis. Sodann haben wir uns einen Überblick über kommunikationstheoretische Positionen verschafft, um die Rolle des materiellen (Bild-)Mediums im Bedeutungstransfer von Mensch zu Mensch zu umreißen. Diese theoretische Auseinandersetzung ist für unser Projekt wichtig, um zu reflektieren, welches unsere eigenen kontextuellen (wissenschaftlichen, ideologischen, technischen etc.) Rahmungen sind, in denen wir Bildmaterial von UNESCO-Weltkulturerbestätten zu sehen geben und welche Rahmungen auf Seiten der Rezipient*innen vorliegen, so dass am Ende die Wahrscheinlichkeit von Kommunikation erhöht werden kann. Zuletzt haben wir den Atemporalitätsbegriff von Bruce Sterling diskutiert. Dabei ist deutlich geworden, dass wir im Rahmen des Netzwerkes komplex verschachtelte Kommunikationsebenen differenzieren müssen, wenn wir die Bedeutungen herausschälen möchten, die Bilder von Weltkulturerbestätten heute in bestimmten – zum Beispiel politischen – Kontexten erhalten. So geht es einmal darum, sich den möglichen Bedeutungen von Bildern innerhalb antiker Kommunikationsprozesse zu nähern, dann darum, die diachrone Kommunikation zwischen antiken Produzenten und gegenwärtigen Rezipientinnen zu fassen, und schließlich darum, zu analysieren, wie diese Prozesse in den gegenwärtigen Diskurs über diese Denkmäler einfließen. In unserer praktischen Übung haben wir die schon erarbeiteten Steckbriefdaten zu den Bildern noch einmal auf die technische und praktische Umsetzbarkeit hin überprüft.

19. Mai 2017

Auswahl der UNESCO-Welterbestätten

Redakteur/-in: Martina Seifert

In den ersten beiden Sitzungen des Seminars „Kulturgüterschutz“ haben wir uns über die rechtlichen Rahmenbedingungen und Grundlagen der UNESCO World Heritage Bestimmungen und des nationalen Kulturgüterschutzes informiert und eine Liste der World Heritage Denkmäler zusammengestellt, mit denen wir uns näher (Aspekte: Krisen, Klima,Wirtschaftswandel) beschäftigen werden. Ausgewählt haben wir: Paphos, Trier, Athen, Olympia, Pasargadae, Pompeji, Agrigent, Petra, Split, Sabratha, Palmyra, Karthago, Hattuša, Trojaund Çatalhöyük, also alles bedeutende archäologische Stätten, die auch im Studium eine große Rolle spielen. Spannend war in diesem Zusammenhang der erste gemeinsame Verständigungsprozess über Begriffe und Grundlagen, z.B. ‚Was ist Kultur?‘ ‚Was sind Kulturgüter und warum sollen sie geschützt werden? Und von wem?‘. Einen Vorteil bildet hierbei die interdisziplinäre Zusammensetzung unserer Gruppe, die es ermöglicht, verschiedene fachspezifische Perspektiven zu berücksichtigen.


Überrascht waren wir nach der Besprechung der ersten Fallbeispiele. Wir hatten verabredet, nach einer fachlichen Vorstellung der Stätten mit ihren materiellen Hinterlassenschaften zunächst die Gründe der UNESCO Kommission für die Aufnahme in die Liste der Welterbestätten zu diskutieren. Hierbei sollte natürlich der gesellschaftspolitische Hintergrund berücksichtigt werden. Anschließend wollten wir jeweils die mediale Präsenz von Bildern der Orte im Netz und in erreichbaren Printmedien erfassen und ihre Erscheinungskontexte analysieren. Dabei stellten wir fest, dass die offiziellen Seiten der UNESCO im Schnitt 45-49 Bilder in zum Teil schlechter Qualität ohne entsprechende inhaltliche Beschriftung enthalten. Nur mit entsprechender Fach- und Ortskenntnis können die Aufnahmeorte und –inhalte identifiziert werden. Aus dieser Beobachtung entwickelte sich eine sehr kontrovers geführte Diskussion über öffentliches Interesse an Fachinhalten und die Frage, welche Zielgruppen mit den Bildern angesprochen werden sollen.

19. Mai 2017

Medienwirklichkeit und Realität

Redakteur/-in: Jacobus Bracker

Am Montag haben wir uns in der medien- und bildtheoretischen Übung mit Texten von Harold Innis und Paul Virilio auseinandergesetzt. In der Diskussion ging es vor allem darum, wie die dort angestellten Überlegungen zu Raum, Zeit und Geschwindigkeit in Kommunikationsprozessen unter den technospärischen Bedingungen des Informationszeitalters und des Internets weitergedacht werden können. Die damit verbundene Informationsflut führte uns auch auf das Thema der vorangegangenen Woche zurück, nämlich der kritisch zu hinterfragenden Differenz von Realität und Medienwirklichkeit.


In der heutigen Übung haben wir diese theoretische Problematik an konkreten Fotos von Weltkulturerbestätten durchgespielt und Methoden entwickelt, wie diese Fotos verifiziert werden können, wobei sich einerseits archäologisch-wissenschaftliche wie andererseits bildforensische Methoden ergaben. Damit konnten wir dann auch den Katalog von Steckbriefdaten überarbeiten und um weitere wesentliche Kategorien ergänzen.

15. Mai 2017

Anforderungen an die Website

Redakteur/-in: Jacobus Bracker

Am Freitag ging es in unserer Übung Netzwerkbildung und Sammeln darum, die Anforderungen an die Website zu spezifizieren. Wir haben uns darauf verständigt, der Seite zumindest vorerst den Charakter eines geschlossenen Bildarchivs zu geben, auf das in erster Linie die Netzwerkteilnehmer Zugriff haben, die Bildmaterial beisteuern. Nach einer Erprobungsphase könnte immer noch eine Öffnung erfolgen. Die Bilder werden mit einem Steckbrief und einer Kommentierungsfunktion versehen. Die Steckbriefdaten, die in der kommenden Woche erarbeitet werden, bilden die Grundlage für verschiedene Suchfunktionen. Außerdem wollen wir die Bilder geotaggen und die Aufnahmeorte auf einer Karte visuell verorten. Um Ansichtigkeiten nachvollziehbarer zu machen, wollen wir die Möglichkeiten der Verknüpfung mit Kartenmaterial auch auf der lokalen Ebene (Stadtpläne, Grundrisse) prüfen.

13. Mai 2017

Getting Evaluated

Redakteur/-in: Jacobus Bracker

Am 4. Mai waren wir zu Gast in den Räumen der Claussen-Simon-Stiftung, um an einem Evaluationsworkshop teilzunehmen. Nachdem wir von der Leiterin des Workshops, Frau Edith Halves, in die Grundlagen der Projektevaluation eingeführt wurden, bekamen wir Gelegenheit, in Arbeitsgruppen Planbestandteile unseres Projektes mit den Rahmenbedingunen, Aktivitäten und Resultaten zu korrelieren. Die anschließende Diskussion der (unterschiedlichen) Arbeitsgruppenergebnisse zeigte, dass die Methode der Evaluation, die uns zu intensiver Reflexion unserer Projektarbeit anregte, auf verschiedenen Ebenen unterschiedliche Zielsetzungen der Projektteilnehmer zu Tage förderte, die gegenseitig nicht bewusst waren, aber nun in sehr fruchtbarer Weise miteinander kombiniert werden können. Vielen Dank für diesen erkenntnisreichen Tag!


13. Mai 2017

Getting Started 2

Redakteur/-in: Jacobus Bracker

In der Übung „It’s up to us! Bild- und medientheoretische Ansätze in der Archäologie” bei Jacobus Bracker verschaffen wir uns einen Überblick über theoretische Konzepte zu Bildern und Medien, um uns Möglichkeiten zuerschließen, die Wirkweisen der Bilder zu verstehen und wissenschaftlich einzuordnen. Warum berührt oder empört es uns, wenn wir Videos sehen, die unsdie Sprengung des Weltkulturerbes in Palmyra zeigen? Welche Medienstrategien werden von den Produzenten dieser Bilder eingesetzt? Welche Verantwortung haben wir als Betrachter? Was bedeutet das für den Umgang mit den Bildern in unserem Projekt? Um das theoretische Fundament zu erarbeiten, lesen und diskutieren wirausgewählte Texte zu verschiedenen theoretischen Positionen und kontrastieren sie mit unserem Bildmaterial und unseren persönlichen Seh- und Medienerfahrungen.

Im Seminar von Martina Seifert „It’s up to us! Archäologische Kulturgüter und ihr Schutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ werden die Rahmenbedingungen des Kulturgüterschutzes nach der UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (1972) erschlossen und Untersuchungen angestellt, wie diese speziell ausgezeichneten Stätten des Kulturerbes als referenzielle Bezugssysteme aktuelle gesellschaftliche Diskurse über Krisen, Klimawandel und Wirtschaftsfaktoren (mit)formieren.

13. Mai 2017

Getting Started 1

Redakteur/-in: Jacobus Bracker

Nachdem mit dem Beginn des Sommersemesters endlich unserProjekt starten konnte, für das die Claussen-Simon-Stiftung uns ausgezeichnet hat, ist es nun Zeit für unseren ersten Tagebucheintrag! Da wir uns gleich mit vier Lehrveranstaltungen in unsere Aufgaben gestürzt haben, gab es sowohl für Studierende wie für Lehrende viel zu tun.

Den Anfang machten die Übung und das Tutorium „It’s up to us! Netzwerkbildung und Sammeln“ bei Jacobus Bracker und Constantin Raupach. Diese praxisorientierten Veranstaltungen haben das Ziel, ein Netzwerk zugründen, in dem Film- und Fotomaterial von Weltkulturerbestätten gesammelt, wissenschaftlich aufbereit und medial geteilt wird, um es als archäologischeRessource für die Öffentlichkeit zu erschließen. In der ersten Sitzung wurden von den Studierenden drei Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit Networking und Öffentlichkeitsarbeit, mit dem Aufbereiten und Systematisieren des Bildmaterials und mit der technischen Umsatzung befassen. Die einzelnen Arbeitsschritte und Planungen werden auf einer virtuellen Lernplattform geteilt und diskutiert.

Unsere Gewinnerprojekte 2016

Proba et labora: Model Student Lab
Prof. Dr. Zoya Ignatova

It's up to us!!
Prof. Dr. Martina Seifert

Healing Soundscape
Prof. Dr. Eckhart Weymann, Prof. Georg Hajdu, Prof. Dr. Clemens Wöllner

Tagebucheinträge

28. August 2017
28. August 2017
'Projekttagebuch 'It's up to us!''

Kulturgüter und Politik

14. August 2017
25. Juli 2017
'Projekttagebuch 'Proba et labora''

Chemie geschlossen- Brandschutz!

24. Juli 2017
'Projekttagebuch 'Proba et labora''

Professionelle Interdisziplinarität

24. Juli 2017
'Projekttagebuch 'Proba et labora''

Gastvortrag von Rolf Müller